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Bohrmaschine kaufen – der große Ratgeber

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten

Eine Bohrmaschine gehört zu den wichtigsten Werkzeugen – ob im Heimwerker-Keller oder auf der professionellen Baustelle. Doch die Auswahl ist riesig: Schlagbohrmaschine, Akku-Bohrschrauber, Bohrhammer oder Kernbohrmaschine – welche passt zu Ihren Anforderungen? Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede, nennt die wichtigsten Kaufkriterien und hilft Ihnen, die richtige Wahl zu treffen.

Kurzüberblick: Für Gelegenheitsarbeiten in Holz und Metall reicht ein einfacher Akku-Bohrschrauber. Für Mauerwerk brauchen Sie eine Schlagbohrmaschine, für härtere Materialien einen Bohrhammer mit SDS-Aufnahme.

Die wichtigsten Bohrmaschintypen im Vergleich

1. Akku-Bohrschrauber

Der Akku-Bohrschrauber ist das vielseitigste Werkzeug für Haus und Werkstatt. Er bohrt in Holz, Metall und Kunststoff und schraubt dank einstellbarem Drehmoment präzise ohne durchzudrehen. Typische Akkuspannungen: 10,8 V (kompakt, leicht), 18 V (Standard, ausgewogen), 36 V (Profi, maximale Leistung).

Worauf achten: Kapazität des Akkus (Ah = Ampèrestunden, mehr = länger Laufzeit), Gewicht (wichtig bei Überkopfarbeiten), Drehzahlstufen (2 Gänge = mehr Flexibilität), Rutschkupplung mit vielen Stufen für schraubenfreundliches Arbeiten.

2. Schlagbohrmaschine

Die Schlagbohrmaschine vereint normales Bohren mit einer mechanischen Schlagfunktion für Mauerwerk, Beton und Ziegel. Das Schlagwerk erzeugt axiale Schläge, die den Bohrer ins Material treiben. Netzangeschlossene Modelle liefern typischerweise 500–1.200 Watt und sind dauerhaft leistungsstark.

Wichtige Kenngröße: Schlagzahl (Schläge/min) und Schlagstärke. Für gelegentliche Dübellöcher in Ziegelmauerwerk genügen 20.000–30.000 Schläge/min. Profi-Anwendungen an Stahlbeton erfordern mehr Schlagleistung und einen Bohrhammer.

3. Bohrhammer (SDS-plus / SDS-max)

Bohrhämmer arbeiten mit einem elektro-pneumatischen Schlagwerk – das ist deutlich kraftvoller als das mechanische Schlagwerk der Schlagbohrmaschine. Sie eignen sich perfekt für Stahlbeton, Naturstein und große Bohrdurchmesser. Die SDS-Aufnahme ermöglicht schnellen Bohrerwechsel ohne Spannschlüssel.

  • SDS-plus: Für Bohrdurchmesser bis ca. 26 mm, typisch Heimwerker & Handwerk
  • SDS-max: Für Bohrdurchmesser ab 20 mm bis 80 mm+, Profi-Tiefbau und Abriss

4. Winkelbohrmaschine & Kernbohrmaschine

Winkelbohrmaschinen bohren durch ihr 90°-Winkelgetriebe in beengten Ecken – ideal für Installationen unter Waschbecken oder zwischen Sparren. Kernbohrmaschinen bohren mit Diamantkronen saubere Löcher in Beton und Mauerwerk (z. B. für Rohrdurchführungen). Sie sind Spezialwerkzeuge für gewerbliche Anwendungen.

Die 7 wichtigsten Kaufkriterien

⚡ Leistung & Drehmoment

Nennleistung (Watt) allein sagt wenig – entscheidend ist das abgegebene Drehmoment (Nm). 30–40 Nm genügen für Heimwerker, 60+ Nm für Handwerk.

🔋 Akku-System

Investieren Sie in ein etabliertes Akku-Plattformsystem (z. B. Makita 18V LXT, Bosch 18V, DeWalt 20V MAX). Gleiche Akkus für alle Werkzeuge spart Kosten.

⚙️ Spannfutter

Schlüsselloses Schnellspannfutter (10 oder 13 mm) für schnellen Wechsel. 13-mm-Futter nimmt stärkere Bohrer auf – besser für vielseitigen Einsatz.

🏋️ Gewicht & Ergonomie

Bei langen Arbeitstagen zählt jedes Gramm. Anti-Vibrations-Systeme reduzieren Ermüdung. Soft-Grip-Gehäuse verbessern Halt bei Nässe.

🎚️ Drehzahlregelung

Elektronische Drehzahlregelung ermöglicht präzises Arbeiten in verschiedenen Materialien. Linkslauf (Rückwärtsgang) ist beim Schrauben unverzichtbar.

🛡️ Schutzklasse & Staub

IP-Schutzklassen sind auf Baustellen wichtig. Staubabsaugsysteme (Adapter für Sauger) schützen Gesundheit und verlängern die Motorlebensdauer.

🏷️ Marke & Garantie

Etablierte Marken (Bosch, Makita, DeWalt, Metabo, Festool) bieten Servicegarantie und Ersatzteilversorgung über viele Jahre – wichtig für Profieinsatz.

Bohrer-Typen: Das richtige Zubehör wählen

Das beste Bohrmaschinen-Ergebnis hängt auch vom richtigen Bohrer ab. Ein falscher Bohrer beschädigt Material und Maschine:

  • Spiralbohrer (HSS): Universell für Metall, auch in Holz einsetzbar. Qualität HSS-G (geschliffen) oder HSS-Co (Kobalt, für Edelstahl).
  • Holzbohrer: Zentrierspitze verhindert Verlaufen; Schlangenbohrer für tiefe Löcher, Forstnerbohrer für saubere Sackbohrungen.
  • Steinbohrer (HM-bestückt): Hartmetall-Schneidplatte für Beton, Ziegel und Putz. Nur mit Schlagfunktion verwenden.
  • SDS-Bohrer: Speziell für Bohrhämmer – SDS-Aufnahme überträgt Drehmoment und Schlag optimal.
  • Diamantbohrkronen: Saubere Kernbohrungen in Stahlbeton, mit Wasserkühlung für beste Ergebnisse.

Praxis-Tipps für saubere Bohrergebnisse

  1. Körnen Sie Metall vor: Ein Körner-Schlag verhindert, dass der Bohrer verläuft – besonders auf glatten Oberflächen.
  2. Klebestreifen auf Fliesen: Kreuzweis aufgeklebtes Klebeband verhindert Verlaufen beim Einbohren in Keramik.
  3. Bohrtiefenmarke setzen: Klebeband auf dem Bohrer als Tiefenmarkierung – einfach und präzise.
  4. Holz vor dem Ausreißen sichern: Unterlegeplatte auf der Rückseite von Holz verhindert Ausreißen beim Durchbruch.
  5. Niedrige Drehzahl bei großen Durchmessern: Je größer der Bohrer, desto langsamer die Drehzahl – das verlängert die Standzeit erheblich.
  6. Ölen bei Metall: Ein Tropfen Schneidöl kühlt den Bohrer, verbessert das Ergebnis und verdoppelt die Lebensdauer.
Fazit: Die richtige Bohrmaschine hängt vom Einsatzbereich ab. Heimwerker sind mit einem guten 18V-Akku-Bohrschrauber bestens bedient. Wer regelmäßig ins Mauerwerk bohrt, braucht eine Schlagbohrmaschine. Für Stahlbeton und intensive Nutzung ist ein Bohrhammer mit SDS-Aufnahme die beste Investition.