Bei FI-Schutzschaltern (RCDs) gibt es mehrere Typen – am häufigsten begegnen Elektrikern Typ A und Typ B. Welcher ist wofür geeignet, und wann schreibt die Norm einen bestimmten Typ vor?
Der Unterschied auf einen Blick
| Typ | Erkennt | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Typ AC | Nur sinusförmige Wechselfehlerstöme | Ältere Installationen ohne Elektronik |
| Typ A | Wechsel- + pulsierende Gleichfehlerströme | Standard heute – Wohngebäude, Büros, Küche |
| Typ B | Wechsel- + Gleich- + glattem Gleichfehlerstrom | Wallbox (E-Auto), PV-Wechselrichter, Frequenzumrichter |
| Typ F | Wie Typ A + hochfrequente Fehlerströme | Frequenzumrichter, variable Drehzahlantriebe |
Wann ist Typ B Pflicht?
Die Norm DIN VDE 0100-722 (Elektrofahrzeuge) schreibt für Ladepunkte (Wallboxen) einen FI Typ B oder Typ B+ vor – es sei denn, der Hersteller der Wallbox integriert einen eigenen DC-Fehlerstromschutz. Viele Wallbox-Hersteller (z.B. ABB Terra, Heidelberg Energy Control) geben in ihrer Dokumentation an, ob ein Typ-A-FI ausreicht oder Typ B erforderlich ist.
Für Photovoltaik-Wechselrichter mit galvanischer Trennung reicht in der Regel Typ A. Ohne galvanische Trennung (transformatorlose Wechselrichter) ist Typ B vorgeschrieben.
Merkhilfe:
- Wallbox ohne integrierten DC-Schutz → Typ B
- PV-Wechselrichter transformatorlos → Typ B
- Frequenzumrichter → Typ F oder B
- Alles andere im Wohngebäude → Typ A reicht
Warum ist Typ B so viel teurer?
Ein FI Typ A 40A/30mA kostet ca. 15–30 € netto. Ein gleichwertiger Typ B liegt bei 150–300 € – also etwa zehnmal mehr. Der Grund: Typ B enthält zusätzliche Mess- und Auslöseelektronik für glatte Gleichfehlerströme, die deutlich aufwändiger herzustellen ist.
Kann ich Typ B immer anstelle von Typ A verwenden?
Ja – Typ B ist technisch eine Obermenge von Typ A. Es ist also zulässig, überall Typ B einzusetzen. Wirtschaftlich sinnvoll ist das aber nur, wo die Norm es fordert.
Häufige Fragen
Welcher FI für die Küche?
In Privatküchen genügt ein FI Typ A 30mA. Für gewerbliche Küchen mit Frequenzumrichtern (z.B. Induktionsherde mit variabler Leistung) kann Typ F oder B sinnvoll sein – Herstellerdokumentation prüfen.
FI 2-polig oder 4-polig?
Für einphasige Stromkreise (230V) genügt 2-polig. Für dreiphasige Verbraucher (400V, z.B. E-Herd, Wallbox) ist 4-polig nötig. Mehr dazu im Ratgeber FI 2-polig oder 4-polig.
Muss ich nachrüsten wenn ich eine Wallbox installiere?
Wenn Ihre Wallbox keinen integrierten DC-Fehlerstromschutz hat: ja, dann ist Typ B erforderlich. Im Zweifelsfall Installationsanleitung der Wallbox lesen – dort steht, welcher FI-Typ benötigt wird.
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