Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

LS-Schalter vs. Sicherungsautomat – gleich oder verschieden?

Inhaltsverzeichnis

    LS-Schalter, Leitungsschutzschalter und Sicherungsautomat – ein Bauteil, drei Namen

    Im Elektrohandwerk werden die Begriffe LS-Schalter, Leitungsschutzschalter (LSS) und Sicherungsautomat oft synonym verwendet – und das ist auch korrekt, denn alle drei bezeichnen dasselbe Bauteil. Wir erklären, was dahintersteckt und worauf es bei der Auswahl ankommt.

    Was macht ein LS-Schalter?

    Der Leitungsschutzschalter schützt Leitungen vor zwei Gefahren:

    1. Überlast (thermische Auslösung): Ein Bimetallstreifen erwärmt sich bei dauerhaft erhöhtem Strom und öffnet nach einiger Zeit den Stromkreis – je nach Charakteristik nach Sekunden bis Minuten.
    2. Kurzschluss (magnetische Auslösung): Bei einem Kurzschluss reißt ein Elektromagnet den Kontakt sofort auf – innerhalb von Millisekunden.

    Dabei schützt der LS-Schalter primär die Leitung, nicht Geräte oder Menschen – dafür gibt es separate Schutzeinrichtungen wie den FI-Schutzschalter und Geräteschutzschalter.

    Charakteristiken B, C und D – der entscheidende Unterschied

    Die Charakteristik beschreibt, ab welchem Vielfachen des Nennstroms der magnetische Kurzschluss-Auslöser anspricht:

    • Charakteristik B (3–5× In): Für ohmsche Lasten – Steckdosenkreise, Beleuchtung, normale Verbraucher. Die häufigste Wahl in Wohngebäuden.
    • Charakteristik C (5–10× In): Für induktive Lasten mit hohen Einschaltströmen – Motoren, Kompressoren, Trafos. Im gewerblichen Bereich Standard.
    • Charakteristik D (10–20× In): Für sehr hohe Anlaufströme, z. B. große Elektromotoren oder Transformatoren in der Industrie.

    Ein B16-Automat schaltet beim Kurzschluss spätestens bei 80 A aus (5×16 A = 80 A), ein C16 erst bei 160 A (10×16 A). Wer einen C16 in einer normalen Wohnhausinstallation verbaut, riskiert, dass bei einem Kurzschluss die Leitung zerstört wird, bevor der Automat auslöst.

    Poligkeit: 1-polig, 1P+N oder 3-polig?

    • 1-polig: Standard für 230-V-Verbraucher – trennt nur den Außenleiter (L). Genügt für normale Steckdosen- und Lichtkreise nach DIN VDE 0100-410 in TN-Netzen.
    • 1P+N: Trennt gleichzeitig L und N – erforderlich beim IT-Netz (Trenntrafo) oder wenn der Neutralleiter geschützt werden muss.
    • 3-polig (und 4-polig): Für 400-V-Drehstromverbraucher – Herd, Durchlauferhitzer, Wärmepumpen, Maschinen.

    Abschaltvermögen: 6 kA oder 10 kA?

    Das Abschaltvermögen (Ics) gibt an, welchen maximalen Kurzschlussstrom der Automat sicher abschalten kann. Im Wohngebäude reichen meist 6 kA aus; nahe an Transformatoren oder im Gewerbe können höhere Kurzschlussströme auftreten, die 10-kA-Geräte verlangen. Im Zweifelsfall gilt: Lieber 10 kA wählen – der Preisunterschied ist gering, die Sicherheit größer.

    Mehr zum Thema

    Handwerkshop24 Redaktion

    Fachredaktion für Elektroinstallation, Verbindungstechnik, Verteilungsbau und Schalterprogramme.