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Fehlerstrom-Schutzschalter nachrüsten: Pflicht im Altbau?

Inhaltsverzeichnis

    Muss ich im Altbau FI-Schutzschalter nachrüsten?

    Viele Altbauten in Deutschland wurden ohne Fehlerstrom-Schutzschalter (FI oder RCD) errichtet. Seit der Neufassung der DIN VDE 0100-410 im Jahr 2007 sind FI-Schutzschalter in Neubauten für alle Stromkreise Pflicht — aber gilt das auch für bestehende Anlagen?

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    Die kurze Antwort: Gesetzlich vorgeschrieben ist die Nachrüstung im Altbau nur in bestimmten Bereichen. Fachleute und Versicherungen empfehlen sie jedoch für die gesamte Anlage — und der Aufwand ist überschaubar.

    Wo ist der FI-Schutzschalter Pflicht?

    Unabhängig vom Baujahr gelten diese Pflichten:

    • Badezimmer und Duschbereiche: Alle Stromkreise in Nasszonen müssen durch einen FI ≤ 30 mA abgesichert sein (DIN VDE 0100-701).
    • Außensteckdosen: Jede Steckdose im Freien, auf Terrasse oder Balkon benötigt einen FI-Schutz ≤ 30 mA.
    • Küchenspüle und Geschirrspüler: Steckdosen in Reichweite von Wasserquellen müssen FI-geschützt sein.
    • Kinderzimmer (empfohlen): Keine Pflicht, aber dringend empfohlen — Kinder stecken gerne Gegenstände in Steckdosen.

    Was ist ein FI-Schutzschalter und wie funktioniert er?

    Ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI, RCD) überwacht kontinuierlich die Differenz zwischen Hin- und Rückstrom. Sobald dieser Unterschied 30 mA übersteigt — weil Strom z. B. über eine Person zur Erde fließt — schaltet der FI in unter 0,4 Sekunden ab. Das verhindert tödliche Stromschläge.

    Wichtig: Ein FI-Schutzschalter ersetzt nicht den Leitungsschutzschalter (LS-Schalter). Beide Schutzeinrichtungen haben unterschiedliche Aufgaben und müssen kombiniert eingesetzt werden. Im Fachhandel gibt es auch FI/LS-Kombischalter (RCCB + MCB in einem Gerät).

    Welcher FI-Schutzschalter ist der Richtige?

    Bei der Auswahl spielen drei Kriterien eine Rolle:

    • Auslösestrom: Im Wohnbereich immer 30 mA (Personenschutz). 300 mA und 500 mA sind für Brandschutz, nicht für Personenschutz geeignet.
    • Typ A oder Typ AC: Typ AC schützt nur vor sinusförmigen Fehlerströmen. Typ A erkennt zusätzlich gepulste Gleichfehlerströme — für moderne Geräte mit Elektronik (Waschmaschine, Geschirrspüler, Ladegeräte) immer Typ A wählen.
    • Polig: 2-polig für einphasige Stromkreise (230 V), 4-polig für Drehstrom-Stromkreise (400 V).

    Kosten und Aufwand der Nachrüstung

    Ein FI-Schutzschalter kostet im Handel zwischen 20 und 80 Euro, je nach Hersteller und Ausstattung. Die Einbauzeit durch einen Elektriker beträgt typischerweise 30 bis 60 Minuten pro FI. Mehrere FI-Schutzschalter für verschiedene Stromkreise können in einem Arbeitsgang eingebaut werden.

    Tipp: Teilen Sie Ihre Anlage auf mehrere FI-Schutzschalter auf. Wenn ein FI auslöst, fallen nicht alle Stromkreise gleichzeitig aus.

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