Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Lamellenstopfen: Die richtige Größe für Gehäuse-Lüftung und Kabeldurchbrüche finden

Inhaltsverzeichnis

    Lamellenstopfen: Die richtige Größe für Gehäuse-Lüftung und Kabeldurchbrüche finden

    Ein Lamellenstopfen dichtet runde, eckige oder ovale Durchbrüche in Schaltschränken, Gehäusen und Blechteilen zuverlässig ab und gleicht dabei kleine Maßtoleranzen im Material aus. Die richtige Größe ergibt sich aus dem gemessenen Loch- oder Ausschnittmaß, nicht aus der Wandstärke allein. Passende Lamellenstopfen in verschiedenen Formen und Klemmbereichen findest du direkt unten.

    ART-300014080, ART-300012352, ART-300011256

    Versand in 1–2 Werktagen Originalware – direkt vom Fachhandel

    Lochmaß korrekt messen: Durchmesser, Kantenlänge und Blechstärke

    Miss bei runden Durchbrüchen den Innendurchmesser des Lochs mit einem Messschieber, nicht den Außendurchmesser einer eventuell schon verbauten Tülle. Bei eckigen oder ovalen Ausschnitten zählen beide Kantenlängen beziehungsweise die lange und kurze Achse. Die zweite Maßangabe auf dem Lamellenstopfen, etwa "1,5-3 mm", bezeichnet den Klemmbereich, also die Blech- oder Wandstärke, die die Lamellen noch sicher umschließen. Ist das Blech dünner oder dicker als dieser Bereich, sitzt der Stopfen locker oder lässt sich kaum eindrücken. Bei Lochstanzungen mit Grat vorher leicht entgraten, sonst können die Lamellen beim Eindrücken abreißen. Im Zweifel lieber einmal zu viel nachmessen: Ein zu klein bestellter Stopfen fällt beim ersten Erschütterungstest durch den Ausschnitt, ein zu großer lässt sich gar nicht erst einsetzen. Für die Messung reicht in der Regel ein einfacher Messschieber; bei Serienfertigung mit mehreren gleichen Ausschnitten lohnt sich eine kurze Bohrschablone, damit jedes Loch dasselbe Maß erhält und du nicht für jeden Durchbruch eine andere Stopfengröße bestellen musst. Notiere dir beide Werte, Lochmaß und Klemmbereich, direkt am Bauteil oder in der Stückliste, damit bei einer Nachbestellung oder einem Ersatzteil später kein erneutes Nachmessen nötig ist.

    Rund, eckig, oval oder mit Anschraubwinkel: die passende Form wählen

    Gebohrte Löcher in Schaltschränken und Gehäusen erhalten runde Lamellenstopfen, gestanzte oder gefräste Ausschnitte in Blechgehäusen meist eckige oder rechteckige Varianten. Ovale Stopfen passen zu Langlöchern, wie sie bei Lüftungsschlitzen häufig vorkommen. Lamellenstopfen mit Anschraubwinkel eignen sich, wenn der Durchbruch am Rand eines Blechs liegt, der reine Klemmsitz nicht ausreicht oder eine zusätzliche mechanische Fixierung mit Schrauben gefordert ist, etwa bei stärkeren Vibrationen am Maschinengehäuse. Für schräg angeschnittene Rohrenden oder abgewinkelte Flächen gibt es außerdem Varianten mit geneigter Stirnfläche, die sich exakt an den Schnittwinkel anpassen, statt schief aufzusitzen. Beim Einsetzen hilft meist leichter, gleichmäßiger Druck mit dem Handballen oder einem Gummihammer; bei strafferem Sitz lässt sich der Stopfen mit etwas Seifenwasser oder Montagespray am Rand leichter einführen, ohne die Lamellen zu beschädigen. Verzichte auf scharfe Werkzeuge zum Nachhelfen, da angerissene Lamellen die Klemmwirkung dauerhaft schwächen.

    Gehäuse-Lüftung und IP-Schutzklasse nach DIN EN 60529 beachten

    Schaltschränke und Verteilerkästen in der Elektroinstallation sind meist nach DIN EN 60529 (VDE 0470-1) mit einer IP-Schutzklasse ausgezeichnet, etwa IP54 oder IP65. Jeder zusätzliche Durchbruch für Lüftung oder Kabelzugang kann diesen Schutzgrad verändern, wenn er nicht fachgerecht verschlossen wird. Ein normaler Lamellenstopfen schützt gut gegen Berührung, Staub und gelegentlichen Spritzwasser, ist aber kein luft- oder wasserdichter Verschluss wie eine Kabelverschraubung mit Dichtring. Soll der Durchbruch gezielt der Belüftung dienen, etwa um Wärme aus einem Verteiler abzuführen, sind spezielle Lüftungsstopfen mit integriertem Filtergewebe oder Lamellengitter die bessere Wahl, da sie Luftaustausch ermöglichen und gleichzeitig vor Insekten und Grobstaub schützen. Prüfe bei sicherheitsrelevanten Verteilern vorab, welche Schutzklasse laut Typenschild gefordert ist, bevor du den Durchbruch setzt.

    Material und Temperaturbeständigkeit: PE, PA oder TPE

    Die meisten Lamellenstopfen bestehen aus Polyethylen (PE): weich, günstig und für Innenräume oder trockene Schaltschränke völlig ausreichend. Schwarze PE-Varianten sind durch den Farbruß UV-stabiler und eignen sich daher besser für Außengehäuse und Verteilerkästen im Freien als helle. Polyamid (PA) ist formstabiler und verträgt höhere Temperaturen, etwa in der Nähe von Trafos oder Leistungsbauteilen, die sich stärker erwärmen. Für Anwendungen mit häufigem Temperaturwechsel oder erhöhter chemischer Belastung gibt es zudem TPE-Varianten mit mehr Elastizität. Achte bei der Auswahl also nicht nur auf die Größe, sondern auch darauf, wo und unter welchen Bedingungen der Stopfen dauerhaft sitzen soll. Für Werkstätten und Schaltanlagenbauer, die regelmäßig mehrere Gehäuse desselben Typs fertigen, sind die Verpackungseinheiten mit 10, 50 oder 100 Stück praktisch: So liegt immer ein passender Vorrat bereit, ohne dass bei jedem neuen Baulos erst nachbestellt werden muss.

    ART-300011113, ART-300003368, ART-300012266

    Versand in 1–2 Werktagen Originalware – direkt vom Fachhandel

    Fazit

    Für den passenden Lamellenstopfen zählt zuerst das exakt gemessene Lochmaß und der dazu passende Klemmbereich für die Blechstärke. Wähle die Form nach Art des Durchbruchs, beachte bei Schaltschränken die geforderte IP-Schutzklasse nach DIN EN 60529 und greife bei gezielter Belüftung lieber zum speziellen Lüftungsstopfen. So sitzt der Stopfen fest, hält die Dichtigkeit des Gehäuses und muss nicht nachträglich ausgetauscht werden.

    Handwerkshop24 Redaktion

    Fachredaktion für Elektroinstallation, Verbindungstechnik, Verteilungsbau und Schalterprogramme.